Das Fundament

Mit den Zähnen ist es wie mit dem Hausbau: Wenn das Fundament bröckelt, dann werden alle Eingriffe zur kurzfristigen Reparatur. Innerhalb kürzester Zeit gehen auch kostspielige Maßnahmen wieder kaputt. Noch schlimmer: Ist das Fundament - der Halteapparat mit Zahnfleisch, Knochen und Wurzel - angegriffen, dann ist Zahnausfall geradezu vorprogrammiert. Für den Erfolg von Zahnbehandlungen ist das Fundament von ganz entscheidender Bedeutung.

Heutzutage stehen eine Reihe von Methoden zur Verfügung, um das Fundament gezielt behandeln zu können. Diese Methoden haben eines gemein: Sie lassen sich nicht auf die Schnelle durchziehen, sondern setzen Gewissenhaftigkeit des Arztes und Geduld des Patienten voraus. Bis die Therapie mit Erfolg abgeschlossen werden kann, muß der Patient - je nach Schwere der Erkrankung des Zahnhalteapparats - mit Heilungszeiten von bis zu einem Jahr rechnen. Versprechungen, die Sanierung in wenigen Wochen zum Erfolg zu führen, sind häufig unseriös.

Sind die Zähne eines Patienten ansonsten normal entwickelt, sind die Weisheitszähne zum Kauen überflüssig. Gibt es Probleme, sollten sie rechtzeitig entfernt werden. Vor allem im Unterkiefer muß häufig die Entscheidung zum Zahnziehen getroffen werden. In folgenden Fällen raten wir dazu, die Weisheitszähne zu entfernen:

Gesundes Zahnfleisch ist fest, rosa und weist ein harmonisches Wellenprofil auf. Krankes, entzündetes Zahnfleisch hingegen ist dunkelrot, weich und empfindlich. Es blutet leicht und riecht unangenehm. Die Folgen sind aber noch tiefgreifender. Chronische Zahnfleischentzündung (Parodontitis) ist die häufigste Ursache von Zahnausfall. Sie zerstört das Gewebe am Zahnhals: Zwischen Zahnfleisch und Zähnen bilden sich Taschen, in denen sich Zahnbelag und Zahnstein festsetzen. Die darin enthaltenen Bakterien zerstören schließlich den Knochen, der die Zähne umgibt. Mit der Zeit lockern sich die Zähne und fallen aus.

Taschenbehandlung

Wie weit die Parodontitis fortgeschritten ist, läßt sich durch das Messen der Tiefe der Zahnfleischtaschen ermitteln. Sind diese Taschen tiefer als 3 Millimeter, kann man sie auch durch beste Mundpflege nicht mehr sauberhalten. In diesem Fall empfiehlt sich eine konsequente Zahnfleischbehandlung (Parodontaltherapie). In leichten Fällen kann schon die intensive Reinigung der Taschen ausreichen. Bei schwerwiegenden Erkrankungen ist oftmals ein operativer Eingriff nicht zu vermeiden. Beispielsweise der Wiederaufbau zerstörter Knochensubstanz oder das sogenannte Knochen-Modelling. Bei diesem Modelling wird der Knochen so geformt, dass das Zahnfleisch nach der Ausheilung wieder stramm - ohne Taschen - um den Knochen anliegen kann.

Professionelle Prophylaxe

Mit einem professionellen Prophylaxe-Programm kann man der Parodontose gezielt vorbeugen. Nach einer gründlichen Untersuchung und Festlegung des Schädigungsgrades des Zahnfleisches lassen sich durch ein therapiebegleitendes Prophylaxeprogramm sehr gute Ergebnisse erzielen. Eine Hygienikerin ermittelt anhand der Speicheldiagnostik die bakterielle Zusammensetzung und somit auch einen Richtwert für die Kariesanfälligkeit. Außerdem reinigt und poliert die Hygienikerin die Zähne sehr gründlich und erläutert Ihnen die richtige Putztechnik und den Umgang mit Dentalbürsten und Zahnseide. Der kontinuierliche Besuch bei der Hygienikerin spielt als begleitende Maßnahme eine tragende Rolle für den Erfolg einer Parodontosebehandlung oder auch der Kariesprophylaxe. Die regelmäßige professionelle Zahnreinigung ist speziell auch für Kinder eine sehr sinnvolle Prophylaxe - bei Implantatpatienten ist sie geradezu ein Muss!